Kistenweise Champagner, Lachs und Hummer
Der Silvester-Verkauf läuft auf Hochtouren
«Teure Champagner werden weniger getrunken.» Hansjürg Valentin in seinem  Verkaufsgeschäft für Privatkunden.
«Teure Champagner werden weniger getrunken.» Hansjürg Valentin in seinem Verkaufsgeschäft für Privatkunden.
Morgens um 5 Uhr herrscht in der Lagerhalle der Valentin Pontresina AG bereits emsiges Treiben. Die Arbeiter holen die bestellten Waren aus den Gestellen und stellen sie auf Paletten bereit für den Verlad in die Lastwagen. Überall stehen Schachteln und Kisten herum, solche mit Champagner sieht man zwei Tage vor Silvester besonders häufig.
«Über die Feiertage machen die Lieferanten vier Fahrten, zwei am Morgen und zwei am Nachmittag, sonst sind es in der Regel bloss zwei pro Tag», erklärt der Geschäftsführer Hansjürg Valentin. Da er ausschliesslich Jahresangestellte beschäftigt, müssen seine Mitarbeiter derzeit etliche Überstunden leisten. Und auch am Samstag werde durchgearbeitet. «Aber das ist wohl nichts Aussergewöhnliches in einer Region, die so stark vom Tourismus abhängt», meint Valentin. Ganz ohne zusätzliche Hilfskräfte geht es aber nicht, darum packen die Kinder von Hansjürg Valentin und andere Jugendliche mit an.
Was die Arbeit nicht gerade erleichtert, ist das grosse Verkehrsaufkommen im Tal. «Während den Stosszeiten müssen wir für die Fahrt von Pontresina nach St. Moritz-Dorf eine Stunde einplanen, normalerweise braucht man für die Fahrt höchstens 15 Minuten.»
Wie viele Flaschen Champagner ausgeliefert werden, kann Valentin nicht genau beziffern, einige tausend Kisten seien es aber bestimmt. Bestellt werde Champagner nach wie vor in grossen Mengen. «Die Schweiz weist weltweit einer der höchsten Champagnerverbräuche auf», weiss Valentin. Er stellt aber fest, dass Marken im Hochpreissegment wie etwa Dom Pérignon weniger getrunken werden, auch in den Fünf-Sterne-Hotels. «Die Leute schauen mehr auf den Preis als auch schon.»

15 Tonnen Fisch

Beim Essen hingegen scheint noch nicht gross gespart zu werden. Die Geronimi Comestibles AG in St. Moritz jedenfalls verkauft und verarbeitet Fische und Krustentiere, edle Pasteten und Terrinen wie eh und je an den Feiertagen. «In den letzten zwei Wochen haben wir zwischen zwölf und 15 Tonnen Frischfisch verarbeitet», sagt der Geschäftsinhaber Rudolf Reichert. Das entspricht in etwa der doppelten Menge im Vergleich zu einer «normalen» Woche. Von Hektik ist im Betrieb nicht viel zu spüren kurz vor dem Jahresende. Im Verkaufsladen halten sich nur wenige Kunden auf und im Verarbeitungsbetrieb sind gerade mal drei Leute damit beschäftigt, Fische zu entschuppen und zu filetieren. Insgesamt beschäftigt Geronimi Comestibles 14 Mitarbeiter, drei davon sind Aushilfen für die Festtage.
Die meisten Fische werden als ganze Tiere geliefert, so auch die Lachse, die dann filetiert und mariniert und in der hauseigenen Räucherei zu köstlichem Rauchlachs veredelt werden. «Wir besitzen die höchstgelegene Lachsräucherei Europas», betont Reichert stolz. Seit November habe man bereits sechs Tonnen geräuchert. Neben Lachs ist Hummer eine Spezialität von Geronimi Comestibles. Im Wasserbecken hinter dem Verkaufsladen liegen rund 100 reglose, aber lebendige Tiere. Je nach Wunsch werden sie lebend geliefert, so in die meisten Hotels, oder für den Verzehr zubereitet. Reichert schätzt, dass über die Festtage etwa eine Tonne Hummer in seinem Wasserbecken umgesetzt werden.
Quelle: Engadiner Post   Autor: Franco Furger
Ort: 7500 St. Moritz
Datum: 31.12.2009
Rubriken: Diverses, Wirtschaft
 
HOMETOP
  [Druckversion] [an einen Freund senden]