Auf einem stabilen Fundament aufbauen |
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| Neue Saison, neuer Anlauf: Tamara Wolf, hochbegabtes Skitalent mit Dauer-Verletzungspech, will es noch einmal wissen. Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern mit Köpfchen will sie in den nächsten beiden Jahren den Anschluss an die Spitze schaffen. Wer auf www.tamarawolf.ch klickt ist überrascht. Da strahlt dem Betrachter eine junge Frau in nostalgischen Skikleidern entgegen. Die langen blonden Haare hinter einem wollenen Stirnband versteckt, ein breites Lachen, wie wenn sie soeben eine Goldmedaille in der Abfahrt gewonnen hätte. Ist das die Tamara Wolf, die in den letzten fünf Jahren so viele Spitäler und Kliniken von innen gesehen hat? Deren Liste mit Verletzungen bereits als 23-Jährige so lang ist, wie sie es im Leben eines Normalsterblichen zum Glück nie sein wird? Ja, sie ist es. Sie, die sich nach jeder Verletzung wieder zurückgekämpft hat, nur um den nächsten K.-o.-Schlag versetzt zu bekommen, will es noch einmal wissen. Wenn Tamara Wolf über das Skifahren spricht, dann leuchten ihre Augen. «Es geht mir sehr gut», sagt sie wenige Wochen bevor die Saison 2009/10 beginnt. Sie kann fast ohne Schmerzen trainieren, hat ein gutes Gefühl auf den Skis, ist ausgeglichen und zuversichtlich und freut sich unbändig darauf, endlich zeigen zu können was sie drauf hat. Das hat sie bis jetzt nur ansatzweise machen können. 2003 als sie Junioren-Weltmeisterin in der Abfahrt wurde oder 2007 als sie mit einem achten Rang in der Abfahrt von Altenmarkt-Zachensee (Ö) glänzte. Ein neuer Weg Heute denkt Tamara Wolf kaum noch an die Stürze und Verletzungen und sie kann darüber sprechen, ohne gleich wieder ins Grübeln zu kommen. «Weil ich akzeptiert habe, dass das zu meiner Biografie gehört und es mir auch hilft, allfällige Ungeduld gar nicht erst aufkommen zu lassen.» Ungeduldig sein und mit dem Kopf durch die Wand wollen, das sind zwei Charaktereigenschaften, die die Karriere von Tamara Wolf massgeblich mitbestimmt haben. «Ich habe mir zu wenig Zeit genommen. Darum fehlte die Basis und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder verletzt war», meint sie selbstkritisch. Ob sie je wieder Skirennen fahren kann, war nach dem letzten Sturz alles andere als sicher. Erst als sie im Frühjahr 2008 wusste, dass sie wieder schmerzfrei trainieren kann, war für sie klar, ein erneutes Comeback zu wagen. Mit Geduld und mit Köpfchen ist sie dieses Mal die Sache angegangen. Mit der Verpflichtung der Trainerlegende Karl Frehsner betrat sie Neuland. Sie bereitete sich abseits des Teams vor. Was für sie nicht nur einen finanziellen Kraftakt erforderte, sie musste auch skifahrerisch umdenken. Technik anstatt Speed lautete das Motto. Die Zusammenarbeit mit Frehsner war wie erwartet hart. «Er fordert von dir 200 Prozent, gibt selber auch 200 Prozent», sagt Wolf. Aber nicht nur skitechnisch sei die Arbeit mit Frehsner wertvoll gewesen, auch mental habe er ihr sehr viel geholfen. Als alter Fuchs wisse er genau, wann ein Sportler gepusht und wann eher gebremst werden müsse. «Karl Frehsner hat mich auf den richtigen Weg geführt», ist Tamara Wolf überzeugt. Grosse Fortschritte gemacht Dass das Gefühl nicht täuscht zeigen die zwei Goldmedaillen, die sie in diesem Frühjahr an der Universiade in China gewonnen hat. Noch mehr als über die Resultate hat sich Wolf darüber gefreut, dass sie in den Rennen im Vergleich zu den Trainings jeweils einen Zacken hat zulegen können. Gerade nach Verletzungen sei es wichtig zu spüren, dass diese innere Blockade überwunden werden könne. |
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| Quelle: Engadiner Post/Posta Ladina, 26.09.2009 | ||